Wann sollte eine Überweisung zum Nephrologen erfolgen?

Eine Überweisung zum Nephrologen sollte erfolgen, wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist, Risikofaktoren für das Vorliegen einer Nierenschädigung vorliegen, z.B. Nierenerkrankungen in der Familie (z.B. Zystennieren) oder schwerwiegende allgemeine Erkrankungen mit Risiko für eine Mitbeteiligung der Nieren bestehen. Ein besonderes Risiko besteht für Patienten mit langjährigem Diabetes oder hohem Blutdruck, Herzerkrankungen oder bestimmten rheumatologischen Erkrankungen.

Ein wiederholter Nachweis von Blut oder Eiweiß im Urin im Rahmen von Vorsorge- oder Routineuntersuchungen beim Hausarzt oder Urologen deutet auf eine Nierenerkrankung hin und sollte daher weiter abgeklärt werden. Bestimmte Laborwerte (z.B. Anstieg des Kreatinins) weisen auf eine Nierenerkrankung hin, jedoch ist dieser Wert trügerisch, da auch normale Kreatininwerte eine Nierenfunktionseinschränkung nicht ausschließen. Bei einem dauerhaften geringen Anstieg des Kreatinins über den Normalbereich ist die Nierenfunktion oft schon erheblich eingeschränkt (Stadium III der Niereninsuffizienz).

Leider erfolgt mitunter die Vorstellung von Nierenkranken beim Nephrologen noch immer relativ spät, so dass auch die Begleiterkrankungen der Nierenfunktionsstörung nur unzureichend erkannt und behandelt werden.

 

Mitunter ergeben sich auch Probleme in der Betreuung von Kindern im Übertritt in das Erwachsenenalter ("Transition" von der Kinder- zur Erwachsenenmedizin). Wir bieten den Eltern von Kindern mit Nierenerkrankungen an, zum Beginn des 18. Lebensjahres des Kindes mit uns Kontakt aufzunehmen. Eine fortlaufende nephrologische Betreuung ist oftmals wichtig, um ein Voranschreiten der Nierenerkrankung aufzuhalten oder zu verzögern. In Abstimmung mit den kindernephrologischen Vorbehandlern kann die Behandlung dann fortgesetzt werden.